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Schweden

Schweden ist das fünftgrößte Land Europas, hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von
mehr als 1600 km und hat nur eine Einwohnerdichte von 20 Einwohner pro km².
Insgesamt leben knapp 9,1 Mio. Menschen in Schweden.
Im Vergleich dazu leben in Deutschland 231 Einwohner pro km² und insgesamt 82, 4
Mio. Menschen.
An den Zahlen erkennt man schon sehr schnell, dass Schweden wenig besiedelt ist,
und viel Natur geboten wird.
Der Wald spielt eine bedeutende Rolle in Schweden - schließlich ist fast 50% des
Landes von Wald bedeckt. Auf jeden Einwohner kommen 2,8 ha Wald (Zum Vergleich:
In Deutschland sind es 0,1 ha).
Der schwedische Wald unterscheidet sich auch in anderer Hinsicht vom deutschen
Wald. Er ist ursprünglicher und besteht im wesentlichen aus Kiefern, Fichten und
Birken - aber insgesamt gibt es in Schweden auch mehr als 20 Baumarten.
Der schwedische Wald eignet sich hervorragend zum Wandern - die
Wahrscheinlichkeit, andere Menschen zu treffen, ist in den Wäldern außerhalb
größerer Ortschaften sehr gering - die Möglichkeit, sich zu verirren und viele
Stunden nach einem Weg zu suchen hingegen durchaus gegeben. Das Verlassen der
Wege ist also nur erfahrenen Wanderern mit Karte und Kompass zu empfehlen.
Schöne Fotos von Schweden allgemein findet man im
Fotoalbum.
Das Jedermannsrecht
Eine gute traditionelle Einrichtung in Schweden ist das berühmte "Allemansrätt"
(Jedermannsrecht), das besagt, dass jeder in Schweden das Recht hat, sich
überall in der Natur aufzuhalten und zu zelten, wenn dadurch niemand
eingeschränkt und nichts beschädigt wird. "Inte störa - inte förstöra" (nicht
stören, nicht zerstören) heißt es. Auch wenn 70% der schwedischen Wälder in
privatem Besitz sind, ist es also ohne weiteres möglich, dort sein Zelt
aufzuschlagen und zu übernachten. Nur das Feuermachen ist in den Wäldern im
Sommer häufig verboten - und auch bedacht werden sollten die Mücken, die mehr
als nur lästig werden können.
Die Schweden und der Alkohol
Dass die Schweden ein ganz spezielles Verhältnis zum Alkohol haben, ist
international bekannt. Wer erstmals nach Schweden kommt, wird sicher verblüfft
sein darüber, wie umständlich der Einkauf einer Flasche Wein ist, von den
Preisen mal ganz abgesehen. Gleichzeitig bietet das staatliche System aber auch
Vorteile in Auswahl und Qualität.
Nüchternheitsgeschichte
Die schwedische Alkoholpolitik ist historisch bedingt. Nachdem das Land im 18.
und 19. Jahrhundert wirtschaftlich immer unbedeutender wurde und sich auch im
sozialen Bereich ein Verfall abzeichnete, der unter anderem auch dem
reichhaltigen und weitverbreiteten Alkoholkonsum zugerechnet wurde, bildeten
sich allmählich neue Kräfte in der Bevölkerung heraus, die in verschiedenen
Volksbewegungen resultierten. Eine davon, nicht die unwichtigste, war die "nykterhetsrörelse"
- die Nüchternheitsbewegung oder Anti-Alkoholikerbewegung. Der "nykterist"
(jemand, der keinen Tropfen Alkohol trinkt) sollte wieder zum neuen Vorbild der
Bevölkerung werden. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs diese Bewegung
immer weiter an.
Um nun das Land wieder in den Griff zu kriegen, wurden auch drastische Maßnahmen
eingeführt. Eine Zeitlang sollte der Alkoholkonsum ganz verboten werden, dann
wurde er aber durch Kontrolle und Preise stark eingegrenzt. Bis in die 1950er
Jahre hinein gab es noch das sogenannte "motbok" - ein Buch, in dem jeder Bürger
eintragen lassen musste, wieviel Alkohol er kaufte - die Menge war monatlich
begrenzt.
Systembolaget
Bis heute ist Alkohol eine Domäne des Staates. Nur der Staat darf Alkohol
importieren und verkaufen. Dies geschieht über die Organisation "Systembolaget".
Hier wird Alkohol verkauft wie in einer Apotheke: Mit Katalog und Nummer wird
der Wein am Schalter (nach einer unter Umständen langen Wartezeit) geordert und
dann ausgegeben. Allerdings bemüht man sich derzeit zunehmend, die Geschäfte
kundenfreundlicher zu gestalten. Seit einiger Zeit haben sie auch samstags
geöffnet, und viele der über 400 Systembolag werden derzeit wie gewöhnliche
Geschäfte (mit Selbstbedienung) umgestaltet. Die Preise sind aufgrund der
Besteuerung, die sich nach dem Alkoholgehalt richtet, hoch, vor allem bei
Hochprozentigem.
Immerhin bietet das Systembolag mehrere Tausend Weinsorten an, hunderte
Biersorten und vieles andere. Dabei wird eine Qualität der Ware durch staatliche
ausgebildete Einkäufer stets sichergestellt. Richtig schlechten Wein gibt es
also in Schweden gar nicht, und die Auswahl ist selbst in Kleinstädten enorm.
Das Gesamtsortiment des Systembolaget umfasst über 5000 Sorten Getränke.
Inzwischen werden auch die Schweden immer mehr zu Weintrinkern und Kennern.
Daneben ist das Bier auch in Schweden mit zahlreichen eigenen Sorten vertreten.
Aber auch der Schnaps (mit vielen regionalen Variationen) spielt in Schweden
eine wichtigere Rolle als in Deutschland.
Wie trinken die Schweden?
Das Klischee (was meinen Beobachtungen bestätigen können) sagt, dass die
schwedischen Trinkgewohnheiten sich darin von den Deutschen unterscheiden, dass
man in Schweden die Woche über nichts trinkt, am Wochenende aber dann meist
zuviel. Alkohol also primär als Rauschmittel beim ausgelassenen Feiern, weniger
zum Genuss. Aber ich denke, dass sich die schwedischen Trinkgewohnheiten den
übrigen europäischen schon bei einigen etwas mehr angenähert hat und sich das in
ganz Schweden immer mehr durchsetzen wird.
Wer genau wissen möchte, wo Schweden liegt und wie groß Schweden eigentlich
wirklich ist, der kann sich folgende Karte genauer anschauen
Quelle:
welt-atlas.de
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